Anarchy Online News

Heute: die LE Lüge^^
Ist ad absurdum geführt. Es gibt es doch.

Livin´in the Movies upgedatet



Archiv des Monats Oktober 2006

Weisses Rauschen

am 26. Oktober 2006 unter Allgemein abgelegt

Draussen scheint die Sonne golden und warm aber hier drinnen ist es totenstill. Das stetige Rauschen in meinem Kopf ignoriere ich schon lange, habe mich über Jahre daran gewöhnt. Augenscheinlich reden sie nicht mehr mit mir. Früher waren es noch viele (und ihr Name ist Legion) die durcheinander redeten.
Ich lag mit offenem Mund und tränenden Augen auf dem Rücken unter meinem Küchentisch und das alte Kofferradio spielte auf einem ungenutzten Sendeplatz auf UKW oder KW oder wie auch immer das hiess. Auf jeden Fall habe ich sie damals noch gehört und mich wieder gefreut das sie zu mir sprachen.
Das gute Gefühl der Sonne auf meinem linken Arm ist nicht mehr da, anscheinend ist die Sonne weiter gezogen. Ich muss es wohl nicht bemerkt haben, war abgelenkt durch das Horchen nach dem Rauschen. Ich habe aufgehört andere danach zu fragen ob sie es verstünden was da gesagt wird. Obwohl die Meisten lachten habe ich das flackern in ihren Augen geesehn. Ich habe in mir verschlossen getrauert um ihre falsche, verlogene Seele. Ihre Augen riefen “Woher weis er es?” oder “Kann es jeder sehn?”. Ich habe nur betrübt mit meinem Kopf genickt und still in mich hinein getrauert um sie. Ich sehe es bei jedem von euch wenn ich da draussen bin und an euch vorbei gehe. Aber ich behalte es für mich, schliesse es wie alles ein. Ich weis ja das ihr das nicht verstehen wollt. Ihr seid ja die die normal sind, die die Medikamente verschreiben und uns in eure Anstalten steckt. Aber es bewegt sich unter euch, ich bewege mich unter euch.

Dark Side of the Moon (Danke Pink Floyd)

am 19. Oktober 2006 unter Allgemein abgelegt

Wie kann man sich ergötzen an Niederem und wie verdreht kann Realität sein bis man sie nicht mehr versteht? Ist es die Akzeptanz des wohligen Schauers was Grausamkeit erträglich und interessant macht? So oft wird an die da draussen appelliert, aber niemand hat den Schuss und den anschliessenden Fall gehört.
Und aus Weiss wurde Grau, Freude zu Tränen und dein Lachen tat plötzlich weh. Diese wunderschönen Katastrophen die die menschliche Psyche beschert, birgt dieses warme Gefühl der Kraft alleine zu sein da drinnen. Ich bin in weitester Ferne, in dichtester Nähe, in schwindelnder Höhe und den dunkelsten Tiefen gewesen. Doch nie wirklich nahe genug bei dir, um wieder den alten Freund zu treffen. Und dieser Freund heisst Trauer und Trauer schreitet auf der Strasse voran mit dem Hinweisschild auf dem ganz gross “No U-Turn” steht. So bin ich wieder zurück auf den Knien, den Kopf in Demut gesenkt. Und das Gefühl sagt das jemand hinter dir steht um dich mit seinem freundlichen Wesen zu bedrohen, einzuschnüren und dich dann schlussendlich mit seiner Zuneigung ganz platonisch zu Exekutieren. Es läuft den alten Gang. Das alte Spiel. Du lächelst und die Kraft schwindet. Das Leben fliesst aus dir heraus, in dicken, pulsierenden, warmen Strömen aus Liebe und Zuneigung. Und langsam wird es dunkel, langsam wird es kalt.

die Lust am Leid der Freude

am 17. Oktober 2006 unter Allgemein abgelegt

Auf spitzen Zehen, den schmalen Grat gehen zwischen dem Gefühl des Wahnsinns und der Offenheit dem Leben gegenüber.
Was ist schlecht an dem Genuss des Schlechten, was verwerflich am bestaunen der dunkelen Seite? Wie kann man Lyrik und Prosa verknüpfen mit Abgründigem? Ist die Seele dunkel weil das Wesen danach strebt? Ist der Antrieb, aus etwas anderem als der Seele heraus motiviert?
Also sind wir Produkte unserer verderblichen Herkunft. Aus dem dunkeln, unter Schmerzen gekrochen, presst die böse Hand unsere gute Seite zu einem kläglichen häufchen Elend zusammen, das sich unter den vorgegebenen Etiketten windet und das sogenannte “Schlechte” fürchtet.
Und so schliesst sich der Kreis. Das Böse und das Gute liegt im Auge der Evolution und somit ist es das was du mit auf den Weg bekommst. Bist Sklave der Vorgaben, des Schicksals, Kismet. Aber trotzdem flackert in jedem Moment des Aufbegehrens diese unsägliche Freude in all ihren Facetten und Spielarten auf. Und nein, ich fühle keine Schuld dabei. Es sind leichte Anflüge des Überlegens ob nun gut oder schlecht. Die Angst vor den “Gefallen” an dem Bösen, die innere Freude am Voyeurismus. In sich lauschen und sich vergehn an der Faszination der Grausamkeit.
Um dann, da draussen bei euch, sagen zu müssen wie schlecht das allgemein geächtete Böse doch sei. Oh, ich bin froh zu sein wie ihr, so wie alle, so wie dein Nachbar. Und jeder kann es sehn. Und jeder kann es sein.
Nur manchmal, in Zeiten grösster Not, muss ich mich nicht verstellen. Muss ich auch nicht darüber reden, nichts offenbaren. Und dann, vergraben in meinem eigenen dunklen Sumpf, dann kommt ein Lächeln von ganz tief unten und ich fühle mich gut.